Vom Familienministerium geförderte Studie deckt strukturelle Diskriminierung lesbischer Mütter auf

Heute wurde die vom Familienministerium geförderte historische Studie „…in ständiger Angst…“ über die rechtlichen Folgen einer Scheidung für Mütter in lesbischen Beziehungen vorgestellt und veröffentlicht. Demnach konnte lesbischen Müttern bis in die 1990er Jahre hinein das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen werden. Dazu erklärt die queerpolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion, Pia Schellhammer:

„Erneut wurde ein dunkles Kapitel unserer Geschichte aufgedeckt: Die Studienergebnisse belegen eine strukturelle Diskriminierung lesbischer Mütter während des gesamten Forschungszeitraums von 1946 bis 2000. Demnach mussten lesbische Mütter aufgrund moralischer Bedenken sowie diskriminierender rechtlicher Regelungen bei einer Scheidung um das Sorgerecht für ihre Kinder fürchten. Einigen lesbischen Müttern wurde tatsächlich das Sorgerecht entzogen, wenn sie sich von ihrem Ehemann scheiden ließen, um in einer Liebesbeziehung mit einer Frau zu leben.

Dass Müttern aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und dem Willen, diese zu leben, ihre Kinder entzogen wurden, erschüttert mich zutiefst. Kinder brauchen eine liebevolle und verantwortungsbewusste Familie, um gesund und glücklich aufzuwachsen. Die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität der Eltern spielen dabei keine Rolle. Umso dankbarer bin ich Familienministerin Anne Spiegel für das im Bundesvergleich einzigartige Engagement bei der Aufarbeitung dieser Diskriminierungsgeschichte. Nur indem wir sie beleuchten und benennen, werden wir als Gesellschaft für bestehende diskriminierende Strukturen sensibilisiert und können diesen entschieden entgegentreten.“

Pressemitteilung der GRÜNEN Landtagsfraktion vom 14.01.2021

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