Steuerkriminalität in Rheinland-Pfalz: Landesregierung setzt auf Technik und Zusammenarbeit – doch konkrete Pläne fehlen

Für uns ist die Bekämpfung von Steuerkriminalität ein zentrales Anliegen, um 
Steuergerechtigkeit zu sichern und das Vertrauen in den Rechtsstaat zu stärken. 
Steuerhinterziehung entzieht dem Gemeinwesen erhebliche finanzielle Mittel und 
untergräbt die Solidargemeinschaft. Deshalb haben wir eine Anfrage an die 
Landesregierung gestellt, welche konkreten Maßnahmen in den letzten zehn Jahren 
ergriffen wurden und wie die Zusammenarbeit mit dem Bund bei der Bekämpfung von 
Steuerkriminalität aussieht. 

Wir haben nach den organisatorischen und technischen Maßnahmen, der personellen 
Entwicklung in der Steuerfahndung, der Bewertung der Bundesmaßnahmen, dem 
Zeitplan für die Umsetzung sowie den geschätzten Steuerausfällen gefragt. Besonders 
wichtig war uns, in welchen Bereichen die Landesregierung prioritären Handlungsbedarf 
sieht. 

Das Ministerium der Finanzen antwortete, dass die Steuerverwaltung in den letzten 
Jahren technische und organisatorische Verbesserungen umgesetzt habe, darunter die 
Einstellung von Fachinformatiker:innen für die IT-Fahndung, die Einrichtung 
gemeinsamer Ermittlungsgruppen sowie den Ausbau des Verbindungsbüros der 
Steuerfahndung beim Landeskriminalamt. Zudem wurden themenbezogene 
Ansprechpartnermodelle eingeführt, um komplexe Themen wie Schwarzarbeit, 
Geldwäsche oder Kryptowährungen effektiver zu bearbeiten. Die personelle Ausstattung 
in der Steuerfahndung, den Strafsachenstellen und der Betriebsprüfung ist dabei relativ 
stabil geblieben, mit leichten Schwankungen in den letzten Jahren. 
Die Landesregierung begrüßt die Bundesmaßnahmen, wie schärfere Strafen oder KI- 
gestützte Analysen, und betont die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Bund und 
Ländern. Doch konkrete Zeitpläne oder Ressourcenbedarfe für die Umsetzung in 
Rheinland-Pfalz fehlen. Auch belastbare Schätzungen zu Steuerausfällen liegen nicht 
vor. 

Dass die Landesregierung hier keine klaren Aussagen zu Zeitplan, Ressourcen oder 
Steuerausfällen trifft, ist enttäuschend. Die Bekämpfung von Steuerkriminalität erfordert 
verbindliche Pläne und ausreichende Mittel. Wir fordern, dass die Landesregierung 
konkrete Schritte benennt, um die Zusammenarbeit mit dem Bund zu stärken und die 
technische und personelle Ausstattung der Steuerfahndung zu verbessern. Nur so kann 
Steuerkriminalität wirksam bekämpft und die Steuergerechtigkeit in Rheinland-Pfalz 
gesichert werden. 

Die kleine Anfrage findet sich hier, die Antwort der Landesregierung kann man hier nachlesen.