Hundeelend: Die Bundesregierung muss illegalem Welpenhandel Einhalt gebieten

Der Handel mit Rassehunden im Internet boomt und die Versuchung ist groß, beim unverschämt günstigen Kleinanzeigen-Angebot zuzuschlagen. Doch viel zu oft stecken dahinter zwielichtige Händler, die Hunde illegal anbieten. Pia Schellhammer, innenpolitische Sprecherin, und Andreas Hartenfels, tierschutzpolitischer Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, haben die Landesregierung mit einer Kleinen Anfrage um Stellungnahme zu illegalem Welpenhandel in Rheinland-Pfalz gebeten.

Andreas Hartenfels: „Illegaler Welpenhandel ist ein Problem, weil die Verkäufer oft kranke und ungeimpfte Tiere abgeben, die unter widrigsten hygienischen und gesundheitlichen Bedingungen vermehrt und gehalten wurden. Nichtsahnende Käuferinnen und Käufer schleppen sich so unter Umständen hochansteckende Krankheiten ein, die auf andere Haustiere und zum Teil sogar auf den Menschen übergehen können. Das bedeutet womöglich großes Leid für das Tier und ein unkalkulierbares Risiko für die neuen Besitzer. Wer an einen solchen Händler gerät, muss nicht nur mit hohen Tierarztkosten rechnen, sondern im schlimmsten Fall bald schon wieder Abschied von seinem Liebling nehmen. Um das zu verhindern, muss die Bundesregierung eine zentrale Stelle zur Recherche und Aufklärung von illegalem Tierhandel einrichten, um endlich effektiv und länderübergreifend gegen die mafiösen Strukturen der internationalen Tiervermehrer vorzugehen.“

Pia Schellhammer: „Leider werden Verkäufer, die illegal mit Welpen handeln, meist nur vereinzelt und zufällig erwischt und zur Verantwortung gezogen. Da sich mit Kontrollen, zum Beispiel im Straßenverkehr oder auf Rastplätzen, ohnehin nur die Symptome bekämpfen lassen, muss das Problem bei der Wurzel gepackt werden: Die Bundesregierung muss endlich von den Betreibern von Onlineportalen wie Ebay-Kleinanzeigen Maßnahmen einfordern, die den illegalen Handel mit Tieren massiv erschweren. Dazu gehört die Einführung einer Verkäufer-Identitätspflicht für den Handel mit Wirbeltieren. Die Onlineplattformen sollten außerdem über die Risiken und Missstände durch illegalen Welpenhandel informieren müssen. Verstoßen sie gegen die Eigenkontrollpflicht, sollte das ein Bußgeld zur Folge haben.“

Hintergrund:

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat einen Ratgeber veröffentlicht, der eine gute Orientierung zum Thema Illegaler Welpenhandel bietet.

Die komplette Kleine Anfrage und Antwort der Landesregierung ist hier zu finden.

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