eGovernment: Bericht der Hochschule für öffentliche Verwaltung zur Podiumsdiskussion

Bild: HöV Mayen

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200 Studierende der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen haben sich zwei Tage intensiv mit Einzelfragen rund um das Thema der Elektronischen Verwaltung beschäftigt. Randolf Stich, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium und eGovernment-Beauftragter der Landesregierung, gab am 26. Januar 2016 den Startschuss für das Hochschulforum.

Neben praktischen Übungen in zahlreichen Workshops verfolgten die Studierenden eine lebhafte Podiumsdiskussion von Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags über das zu Jahresbeginn in Kraft getretene Transparenzgesetz: „So wie die Bürgerinnen und Bürger über das Internet inzwischen einkaufen, möchten sie auch Verwaltungsleistungen abrufen können. Die Umstellung auf die Erwartungen der Bürger und die entsprechende Veränderung der internen Prozesse stellen die Verwaltungen vor große Herausforderungen“, sagte Staatssekretär Stich. „Das Transparenzgesetz und das in der Entwicklung befindliche eGovernment-Gesetz Rheinland-Pfalz stellen bedeutsame Weichen für die moderne, transparente und effiziente Landes- und Kommunalverwaltung in Rheinland-Pfalz. Daher ist es wichtig, dass die angehenden Verwaltungsbeamtinnen und -beamte am Puls der Zeit für die Praxis fit gemacht werden. Und dieser Puls schlägt im Megabit-Takt“, unterstrich der Direktor der Hochschule für öffentliche Verwaltung, Klaus Weisbrod, am Rande der Veranstaltung.

Herr Dr. Brink sowie Frau Wirtz vom Landesbeauftragten für den Datenschutz und Informationsfreiheit im Land brachten den Studentinnen und Studenten Einzelheiten zum Transparenzgesetz näher. Aufgrund des Transparenzgesetzes erhalten die Bürgerinnen und Bürger in Form einer Online-Plattform bzw. auf Antrag detaillierte Einblicke in zahlreiche Vorgänge der Landesverwaltung. Auf großes Interesse der Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer stieß die sich anschließende Podiumsdiskussion von Vertretern der im Landtag vertretenden Fraktionen. Direktor Weisbrod konnte hierzu Frau MdL Pia Schellhammer (Bündnis 90/Die Grünen), Herr MdL Martin Haller (SPD) und Herr Peter Dewein (Berater der CDU-Landtagsfraktion) begrüßen. Die Studierenden erlebten hautnah die kontroverse Betrachtung und Einschätzung der neuen Regelungen im politischen Raum.

Neben Dozenten der Hochschule brachten fachkundige Experten aus der Praxis ihr Wissen und ihre Erfahrungen in zahlreichen Workshops ein. So leitete der Präsident des VG Koblenz, Herr Dr. Geis einen Workshop zum elektronischen Widerspruchsverfahren. Mit dem Übergang des Schriftguts von Papier zu Digital beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit der stellvertretenden Leiterin der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Frau Dr. Beate Dorfey.

Außerdem standen für die praktische Einführung relevante Themen wie Projektmanagement und Changemanagement auf dem Programm. „Bei solch weitreichenden Veränderungen in öffentlichen Verwaltungen müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgenommen werden“ kann Direktor Weisbrod nur zu gut aus eigener praktischer Tätigkeit in der Landesverwaltung bestätigen.

Wie ein elektronischer Verwaltungsvorgang zwischen Bürger und Verwaltung konkret vonstattengeht, demonstrierte Herr Knerr vom Landesamt für Steuern am Beispiel des elektronischen Steuererklärungsverfahrens „Elster“.

Neben der Bearbeitung thematischer Grundsatzfragen zur Gestaltung von Geschäftsprozessen sowie zur Papieraktenführung und jener in digitaler Form beschäftigte sich der Verwaltungsnachwuchs mit Praxisthemen der elektronischen Umsetzung sowie dem sehr bedeutenden Aspekt der digitalen Sicherheit. „Wenn der Bürger Bedenken hat, dass seine Daten bei uns nicht sicher sind, wird er sie uns nicht geben“, so Stich im Rahmen seines Impulsvortrags.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten Vertreter aller Workshops ihre Ergebnisse und zogen ein durchweg positives Resümee: „Mir war nicht bewusst, dass das Feld des eGovernment so weitreichend ist. Ein interessantes Gebiet, in dem es noch eine Menge zu tun gibt. Es war spannend, mit Leuten der Praxis tieferen Einblick in die Materie zu erhalten.“

„Veranstaltungen dieser Art leben von der engen Verzahnung zwischen Theorie und Praxis. Daher begrüße ich ausdrücklich die sehr weitreichenden Kooperationen der Hochschule mit der Praxis und bin allen Mitwirkenden hierfür sehr dankbar“, so Direktor Weisbrod abschließend.

(Herausgeber: Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz, Mayen)

 

 

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