Radikalisierung durch Prävention verhindern

Auch in Deutschland versuchen islamistische Gruppen besonders aus dem salafistischen Spektrum, junge Menschen für ihre Ideologie zu gewinnen. Dabei wird auch für den bewaffneten Kampf in Syrien und dem Irak geworben. Die Zahl radikaler IslamistInnen in Rheinland-Pfalz wird von den Sicherheitsbehörden auf etwa 600 geschätzt, von denen etwa 30 dem gewaltbereiten Spektrum zugerechnet werden. Neben einem soliden sicherheitspolitischen Konzept setzt Rheinland-Pfalz vor allem auf gesellschaftspolitische Maßnahmen, die eine Radikalisierung gar nicht erst aufkommen lassen und gefährdeten jungen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Das Integrations- und Jugendministerium hat ein Konzept zur Verhinderung islamistischer Radikalisierung junger Menschen in Rheinland-Pfalz erarbeitet. Dafür stellt das Land insgesamt gut 300.000 Euro zur Verfügung, die auf verschiedene Maßnahmen des federführenden Integrationsministeriums sowie der Innen-, Bildungs- und Sozialministerien verteilt werden.

Das Konzept des Integrations- und Jugendministeriums, das in enger Zusammenarbeit mit dem Innenministerium erstellt wurde, setzt auf Prävention und Intervention. Die Präventionsarbeit stützt sich vor allem auf Aufklärung, gut geschulte MultiplikatorInnen vor Ort und ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Islamophobie. Durch Vermittlung demokratischer Werte und eine feste Einbindung junger MuslimInnen in die Gesellschaft soll verhindert werden, dass radikal-islamistische IdeologInnen Einfluss auf die jungen Menschen nehmen. Die Interventionsarbeit setzt auf die Beratung sowohl von direkt gefährdeten jungen Menschen als auch deren Familienmitgliedern. Eine Beratungsstelle im Landesjugendamt und die Radikalisierungs-Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge geben den Betroffenen die Möglichkeit, schnell Unterstützung zu bekommen. Für junge Menschen, die bereits in die islamistische Szene abgerutscht sind, werden Beratungs- und Ausstiegsangebote geschaffen.

 

Weitere Informationen:

Kleine Anfrage der Abgeordneten Pia Schellhammer

Entschließungsantrag der Fraktionen von SPD und GRÜNEN zur Terrorismusbekämpfung durch Prävention

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