Veranstaltungsbericht: GRÜNE Wörrstadt diskutieren über „Veggie Day“

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Viele gute Gründe für bewusste Ernährung

Am 11. September kamen in der Pizzeria Ciao zum Goldenen Adler in Saulheim Interessierte aus der Verbandsgemeinde zusammen, um mit den GRÜNEN Wörrstadt und ihren Gästen, der Landtagsabgeordneten Pia Schellhammer und dem Mensakoch Frank Branitzki (juwitality) über den Sinn des „Veggie Day“ zu diskutieren.

Pia Schellhammer, rheinhessische Landtagsabgeordnete: „Es sprechen viele Gründe dafür, sich kritisch mit dem eigenen Fleischkonsum auseinander zu setzen. Was zum Beispiel kaum jemand weiß ist, dass durch Massentierhaltung globaler Hunger entsteht. Das Futter für unser Vieh frisst buchstäblich anderen Menschen das Essen weg. Bis zu acht Kilogramm pflanzlicher Nahrungsmittel werden zur Erzeugung von einem Kilogramm Fleisch gebraucht. Weniger Fleisch zu essen, bedeutet aber auch, millionenfaches Tierleid zu vermeiden, das Klima zu schonen und nicht zuletzt, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Wir GRÜNE fordern deshalb mehr Verbraucheraufklärung zu den gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen des Fleischkonsums. Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein „Veggie Day“ gehören für uns einfach dazu. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt daher auch die Einführung eines „Veggie Day“ in der Gemeinschaftsverpflegung.“ 

 

Frank Branitzki, Küchenchef der Mensa des Unternehmens juwi, erläutert die Gründe zur Einführung eines vegetarischen Tags bei juwi: Durch einen regelmäßigen, konsequent vegetarischen Dienstag wird so viel CO² eingespart, wie die derzeit noch fossil betriebene Dienstwagenflotte (60 PKW) pro Woche erzeugt.  Außerhalb des „Veggie Day“ wird täglich auch ein vegetarisches Gericht angeboten. Grundsätzlich wird sehr viel Wert auf den Einsatz regionaler und saisonaler Produkte gelegt. Bei dem verwendeten Fleisch steht Klasse vor Masse: Die artgerechte Tierhaltung und das genfreie Futter – am besten vom Erzeuger selbstangebaut –  sind Grundvoraussetzungen, um überhaupt in die juwitality Töpfe zu gelangen. Frank Branitzki ist sehr zufrieden mit der Akzeptanz des „Veggie Days“: Er gehört zu den verkaufsstärksten Mensatagen. Auch externe Gäste nehmen das vegetarische Angebot gerne an.

Hintergrund:

Der erstmals 2009 in der belgischen Stadt Gent eingeführte „Veggie Day“ hat sich bereits in vielen Städten Deutschlands etabliert. Von der Nordseeküste bis Stuttgart, von Köln bis Deggendorf gründeten sich private oder öffentliche Initiativen, um die „Veggi Day“-Idee in Kitas, Schulen, Universitäten und Kantinen zu tragen – mehr als 30 Städte haben inzwischen einen vegetarischen Donnerstag.

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